Parkett verkleben oder schwimmend verlegen?

Der Artikel wurde am 29.09.2019 zum letzten Mal überarbeitet.

Muss ich meinen Parkettboden verkleben oder kann ich ihn nicht auch schwimmend verlegen? Was ist denn nun besser? Wie verlege ich meinen Boden wenn ich eine Fußbodenheizung habe? Mit diesen, häufig gestellten Fragen wollen wir uns hier beschäftigen und somit mit vielen Mythen und Aussagen sogenannter Fachverkäufer aufräumen.

Die schwimmende Verlegung von Parkettböden

Zunächst einmal eine kurze Erklärung der Begriffe „schwimmend“ und „vollflächig“: Bei der schwimmenden Verlegung werden die Parkettelemente miteinander verbunden und liegen lose auf einer Trittschalldämmung (also ohne feste Verbindung mit dem Untergrund). Dabei ist es egal, ob man Nut- & Feder Parkett miteinander verleimt, oder einen Parkett mit Klick System wählt. Immer wenn die Dielen nur untereinander verbunden sind und nicht auf dem Untergrund fixiert werden, spricht man von einer schwimmenden Verlegung.

Die vollflächige Verklebung von Parkettböden

Wie der Name es schon verrät, werden hier die Parkettelemente mittels geeigneten Klebstoffs fest mit dem Untergrund verbunden – also verklebt. Hier ist das Verbindungssystem (Klick oder Nut- & Feder) der Dielen untereinander nicht ausschlaggebend.

Nun zu den eigentlichen Fragen:
Oftmals wollen viele Konsumenten den Boden nicht vollflächig mit dem Untergrund verkleben, da man befürchtet, dass eine spätere Entfernung des Bodens wesentlich mehr Aufwand darstellt als etwa bei einer schwimmenden Verlegung. Grundsätzlich ist diese Aussage zwar richtig, aber bereits beim Kauf eines neuen Produktes darüber nachzudenken, es wieder zu entfernen, scheint doch etwas hoch gegriffen zu sein. Würde man diesen Gedanken weiterführen, dürfte man keine Fliesen oder Naturstein verlegen und in weiterer Folge auch kein Haus oder keine Wohnung bauen. Denn wie der Volksmund schon sagt: „Es gibt immer was zu tun“. Bei einer geschätzten Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren, werden auch meist die Möbel gewechselt, Räume umgebaut usw. hier fällt das Boden entfernen kaum negativ ins Gewicht.

Vorteile von schwimmender Verlegung

  • Die Untergrundbeschaffenheit ist bei einer schwimmenden Verlegung nicht so wichtig, wie bei einer vollflächigen Verklebung. Somit ist eine schwimmende Verlegung auch auf porösen oder rissigen Estrichen möglich.
  • Ebenso kann Parkett schwimmend über bereits vorhandene Böden gelegt werden: wie z.B.: Teppich, Fliesen oder einen anderen Holzboden. Voraussetzung hierfür ist immer, ein fester und ebener Untergrund bzw. Unterboden. Soll ein Teppich unter dem Parkettboden verbleiben, achten Sie bitte darauf, dass dieser kurzfloorig ist und keine Falten wirft.
  • Ein weiterer Vorteil sind die günstigeren Kosten. Viele Endkunden und Hobbyhandwerker trauen es sich zu, einen Parkettboden schwimmend zu verlegen, was natürlich Geld spart. Zudem ist eine Trittschalldämmung günstiger als ein professioneller Parkettkleber.
  • Der Boden bzw. einzelne Dielen können vom Endkunden selbst ausgetauscht werden.

Nachteile der schwimmenden Verlegung

  • Werden größere Flächen schwimmend verlegt, kann es beim begehen des Bodens zu einem leichten „nachfedern“ des Bodens kommen.
  • Bei Fußbodenheizung wird der Wärmedurchlasswiederstand etwas erhöht, was dazu führt, das die Fußbodenheizung etwas längere Zeit benötigt um die Temperatur auf die Oberfläche des Parkettbodens zu übertragen.
  • Ein Abschleifen des Bodens wird erschwert, da der Boden nicht fest mit dem Untergrund verklebt ist und daher auch beim abschleifen leicht „federn“ kann.
  • Der Tausch (herausfräsen) von einzelnen Dielen im Schadensfall, durch einen professionellen Verleger, ist nicht oder nur sehr schwer möglich.
  • Dem Quell- und Schwindverhalten des Bodens wird nicht entgegengewirkt, was in den Wintermonaten eine leichte Fugenbildung zur Folge haben kann.

Vorteile der vollflächigen Verklebung

  • Der Geh- und Trittschall wird erheblich reduziert.
  • Gute Wärmeleitfähigkeit bei Fußbodenheizung
  • Das Quell- und Schwindverhalten des Holzes wird auf ein Minimum reduziert
  • Ein Austausch einzelner Dielen durch den Profi ist möglich (herausfräsen).
  • Abschleifen des Bodens ist für einen Parkettleger kein Problem

Nachteile der vollflächigen Verklebung

  • Höhere Kosten als bei einer schwimmenden Verlegung
  • Alte Untergründe bzw. Estriche müssen für eine Verklebung vorbereitet werden (alte Böden und Kleberreste entfernen, spröde oder gerissene Estriche wieder instand setzen.
  • Höherer Zeitaufwand als bei einer schwimmenden Verlegung
  • Nur sehr geschickte Laien oder Hobbyhandwerker sollten einen Boden selbst verkleben.

Fazit

Eine vollflächige Verklebung ist mit Sicherheit als qualitativ hochwertiger anzusehen, als eine schwimmende Verlegung. Aber grundsätzlich hängt die Entscheidung ob man einen Parkettboden schwimmend verlegen will oder ihn vollflächig verklebt von den eigenen Anforderungen an den Boden ab. Unsere Erfahrung hat uns gezeigt, dass man Böden bis ca. € 30,- / m² fast immer schwimmend verlegt. Da ein Abschleifen durch einen Professionisten meist über € 20,- / m² kostet und somit in einem derartigen Fall eher unwirtschaftlich wäre.

Ebenso wird meist in Kinderzimmern oder ganz generell in einem Schlafzimmer der Boden schwimmend verlegt. Zum einen werden Böden in Kinderzimmern meistens dann erneuert, wenn das Kind zum Jugendlichen heranwächst, da hier Möbel und Boden gemeinsam getauscht werden um die „Spuren der Kindheit“ zu beseitigen. Zum anderen werden in Schlafzimmern sehr selten Fußbodenheizungen (wenn vorhanden) eingeschaltet bzw. laufen auf sehr niedriger Temperatur.

Auch Büros oder Kellerräume, die nicht Bestandteil des dauerhaften Wohn- und Wohlfühlbereiches sind, werden oft mit schwimmend verlegten Böden ausgestattet. Anders zeigt es sich oft bei Böden über € 50,- /m² diese werden häufiger vollflächig mit dem Untergrund verklebt. Und dies Aufgrund der von uns bereits angeführten Vorteile einer Verklebung. Zudem sei noch angemerkt, dass ein verklebter Boden langlebiger ist, als ein schwimmend verlegter. Aufgrund der geringeren Bewegungsfreiheit von geklebten Parkettböden werden die Kanten und Stöße gewohnt, was zu einer längeren Lebensdauer führt. Meist sind es Küche und vor allem Wohnzimmer wo auf die Behaglichkeit und Vorzüge eines vollflächig verklebten Bodens wert gelegt wird.

In unserem Blog finden Sie Expertenwissen & Tipps für die Praxis rund um das Thema Parkett und Boden. Gerne beantworten wir auch Ihre Fragen. Sprechen Sie uns jederzeit an oder schreiben Sie einen Kommentar!

2 Kommentare

  1. philipp.frankenstein@gmx.ch'
    Philipp Frankenstein

    Guten Tag. Wir haben seit einigen Jahren einen verklebten und gehobelten Parkett. Jetzt sind unsere Kinder schon älter und die Katzen etwas ‘fauler’ und wir würden gerne die eine oder andere Spur im Parkett beseitigen. Wie sollen wir vorgehen? Schleifen auf gehobeltem Parkett liegt ja nicht drin… Danke für einen Rat.

    • sebastian@waescherei-suche.de'

      Vielen Dank für Ihre Anfrage.

      Da es sich bei Parkettböden mit handgehobelter Oberfläche so gut wie immer um eine geölte Oberfläche handelt, ist ein abschleifen des gesamten Boden nicht nötig.

      Als Spezialist für Parkettböden mit handgehobelte Oberflächen würden wir Ihnen folgendes raten:
      Als erster Schritt sollte der Boden mit einer geeigneten Reinigungsmaschine (z.B.: einer Lux uniprof oder einer Einscheibenmaschine mit schwarzem Pad) und einem geeigneten Reinigungsmittel wie z.B.: einem Gemisch aus Wasser und WOCA Intensivreiniger gereinigt werden. Der dabei „herausgearbeitete“ Schmutz muss dann mit einem Mopp aufgenommen werden. Anschließend wird der Boden mit einem Gemisch aus Wasser und Intensivreiniger nochmals gewischt.

      Der Boden sollte danach mindestens 6 Stunden Zeit haben um zu trocknen. Anschließend muss der Boden wieder mit ausreichend Holzbodenöl geschützt werden. An dieser Stelle wäre es natürlich sehr hilfreich die Marke des verlegten Parkettbodens noch zu wissen oder zumindest den Händler bei dem er Parkettboden erworben wurde, da man so herausfinden könnte welches Öl der Hersteller für diesen Boden verwendet hat. Kann dies eruiert werden, empfehlen wir dasselbe Öl zu verwenden, dass auch der Hersteller verwendet hat, da so sichergestellt ist, dass es zu keinen Reaktionen zwischen „altem“ und neuem Öl kommen kann. Sollte der ursprüngliche Öltyp nicht mehr eruiert werden können, so machen sie eine Probe an einer unauffälligen Stelle im Raum. Die gängigsten Hersteller sind dabei: WOCA, Faxe, Osmo, Rubio Monocoat. Eine Empfehlung können wir an dieser Stelle für keinen Hersteller abgeben, da Ihr Boden nicht aus unserem Hause stammt.

      Wichtig ist, dass das Holzbodenöl einen hohen Festkörperanteil aufweist, damit Ihr Boden wieder für Jahre gut geschützt ist. Der Auftrag des Öles sollte unter Zuhilfenahme einer Einscheiben- oder Poliermaschine erfolgen und lt. Anweisung des Ölherstellers durchgeführt werden.

      Größere Beschädigungen können entweder lokal mit Hilfe eines feinen Schleifpapieres (Körnung ca. 120 – 160) händisch ausgeschliffen oder mittels farblich passendem Holzkitt / Reparaturwachses verfüllt werden.

      Für die normale Reinigung Ihres geölten und handgehobelten Parkettbodens empfehlen wir Ihnen in Zukunft ein passendes Reinigungsmittel zu werden z.B.: Woca Holzbodenseife Natur.
      Wir hoffen, dass wir Ihnen helfen konnten und stehen natürlich für weitere Fragen gerne zur Verfügung.

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