Grundlagen: Aufbau und Arten von Parkett

Der Artikel wurde am 23.03.2020 zum letzten Mal überarbeitet.

Parkett zählt zu den beliebtesten Bodenbelägen: Es ist vielseitig einsetzbar, optisch ansprechend, pflegeleicht und schafft eine behagliche Wohnatmosphäre. Einen Überblick über die wichtigsten Grundlagen rund um Parkett finden Sie in diesem Artikel.

Aufbau von Parkett

Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal von Parkettböden ist der Aufbau. Man unterscheidet grundsätzlichen zwischen Massiv- oder Einschichtparkett und Fertig- oder Mehrschichtparkett

Massivparkett (Einschichtparkett)

Massivparkett ist die traditionelle Form von Parkett. Es besteht durchgehend aus einer Schicht Vollholz und wird üblicherweise im Rohzustand verlegt. Dazu wird es mit dem Untergrund vollflächig fest verklebt und erst anschließend geschliffen und oberflächenbehandelt. Darum nimmt die Verlegung von Massivparkett vergleichsweise mehr Zeit in Anspruch, da der Boden erst nach mehreren Arbeitsschritten begehbar ist. Durch moderne Fertigungsverfahren ist Massivparkett heutzutage jedoch auch zunehmend mit werkseitig aufgebrachter Oberflächenbehandlung erhältlich, wodurch sich die Dauer der Verlegearbeiten reduziert.

Massivparkett gilt als besonders widerstandsfähig und langlebig und kann durch seine Dicke von bis zu 22 mm immer wieder renoviert und neu aufgearbeitet werden. Massivparkett wird in verschiedene Typen unterteilt:

Massivdielen

Als reines Naturprodukt werden Massivdielen leimfrei aus einem Stück Holz gefertigt und sind meist in großflächigen Formaten von mindestens 12 cm Breite und 120 cm Länge erhältlich.

Stabparkett

Die klassische Form des Parketts besteht aus einzelnen Holzstäben, die mittels Nut und Feder ineinander gesteckt und in verschiedenen Verlegemustern auf den Unterboden genagelt bzw. verklebt werden. Stabparkett ist in unterschiedlichen Abmessungen erhältlich, wobei die gängigsten Maße zwischen 40 und 50 cm Länge, 6 bis 8 cm Breite und 22 mm Dicke liegen.

Mosaikparkett (Klebeparkett)

Beim Mosaikparkett sind einzelne kleine und dünnere Holzlamellen (meist 8 bis 10 mm dick) auf verlegefertigen Netzen angebracht, die in verschiedenen Verlegemustern auf dem Unterboden verklebt werden. Die quadratischen Lamellen bieten gestalterischen Freiraum und verleihen dem Parkettboden eine charakteristische kleinteilige Struktur.

Lamparkett

In seinen Eigenschaften ist Lamparkett eine Mischung aus Stab- und Mosaikparkett: Während die Abmessungen denen des Stabparketts ähnlich sind, sind Dicke und Verlegung mit dem Mosaikparkett vergleichbar. Durch die geringe Aufbauhöhe war Lamparkett vor allem auch bei Renovierungen von Bestandsbauten beliebt. Durch den vermehrten Einsatz von Fertigparkett, wird heutzutage kaum noch Lamparkett verarbeitet.

Hochkantlamellenparkett (Industrieparkett)

Als Restprodukt aus der Mosaikparkett-Produktion besteht Hochkantlamellenparkett ebenfalls aus einzelnen Vollholzlamellen, die hochkant angeordnet werden. Es gilt als preiswerte Alternative und wird aufgrund seiner Widerstandsfähigkeit meist im industriellen Bereich oder in öffentlichen Einrichtungen sowie in der Gastronomie eingesetzt. Wobei an dieser Stelle angemerkt sei, dass die Verlegung von Hochkantlamellen ausschließlich von einem professionellen Bodenleger durchgeführt werden kann. Die Verlegung ist aufgrund der Beschaffenheit dieses Industrieparketts sehr aufwendig und daher auch dementsprechend kostspielig (auch wenn die unverlegte Hochkantlamelle selbst sehr günstig ist).

Tafelparkett (Französisches Parkett)

Bekannt aus Schlössern und Prunkbauten gilt Tafelparkett als edelste Form des Parkettbodens. Geometrische Formen aus unterschiedlichen Holzarten werden zu quadratischen Tafeln verleimt und in komplexen Mustern verlegt, was jeden Boden zu einem unverwechselbaren Unikat werden lässt.

Fertigparkett (Mehrschichtparkett)

Im Gegensatz zum Massivparkett wird Fertigparkett bereits vom Hersteller verlegefertig produziert. Es besteht aus zwei oder drei miteinander verleimten Schichten sowie einer durch Öl oder Lack fertigen  Oberfläche, die den Boden direkt nach dem Verlegen begehbar macht.

Fertigparkett ist auch bei Heimwerkern beliebt, da es durch anwenderfreundliche Klicksysteme relativ einfach und schnell selbst verlegt werden kann.

2-Schicht-Parkett

Der Aufbau von 2-Schicht-Parkett besteht aus einer oberen Nutz- oder Deckschicht und einer unteren Trägerschicht. Die Dicke der Nutzschicht (mindestens 2,5 mm), die aus Echtholz verschiedenster Holzarten besteht, gilt als Qualitätsmerkmal des Parketts: Je dicker, desto hochwertiger und desto öfter kann der Boden abgeschliffen werden. Die Trägerschicht besteht entweder aus preiswerterem Massivholz (z. B. Nadelholz-Elementen) oder aus Holzverbundstoff-Platten (MDF – mitteldichte Faserplatte oder HDF – hochdichte Faserplatte) und ist quer mit der Deckschicht verleimt. 2-Schicht-Parkett muss vollflächig verklebt verlegt werden. Durch die unterschiedlichen Größen und die Verlegung in Einzelstäben bietet 2-Schicht-Parkett vielseitige Möglichkeiten der Bodengestaltung.

3-Schicht-Parkett

Zusätzlich zu Nutzschicht und Trägerschicht enthält 3-Schicht-Parkett einen sogenannten Gegenzug, der ebenfalls aus Holz oder Holzverbundstoffen besteht und der für zusätzliche Stabilität der Fußbodenkonstruktion sorgt. 3-Schicht-Parkett wird vorwiegend als Landhausdiele oder Schiffsboden angeboten und kann sowohl schwimmend auf einer geeigneten Unterlagsmatte als auch vollflächig verklebt verlegt werden.

Furnierparkett

Als Sonderform des Parkettbodens kombiniert Furnierparkett die Besonderheiten von Holzboden und Laminatboden. In Harz getränkte Edelholzfurniere werden auf wasserresistenten HDF-Trägerplatten verklebt und erreichen durch ihre mehrfach beschichtete Oberfläche eine hohe Belastbarkeit. Im Gegensatz zum konventionellen Fertigparkett ist die Nutzfläche des Furnierparketts nur 0,6 mm dick und kann daher nicht abgeschliffen werden. Furnierparkett kann schwimmend verlegt werden und ist durch die besonders geringe Aufbauhöhe für Renovierungen bestehender Fußbodenkonstruktionen geeignet.

Formate und Optik von Parkett

Parkettpaneele gibt es in verschiedenen Formaten, die dem Boden ein jeweils charakteristisches Erscheinungsbild verleihen. Die Parkett Optik wird in folgende Kategorien unterteilt:

Landhausdielen-Optik

Die bekannteste Parkett-Optik ist die Landhausdiele (1-Stab-Boden), bei dem das Parkettpaneel aus einem Holzstück gefertigt wird. Durch das großflächige Format und die durchgängige Oberfläche bleiben die Charaktereigenschaften der verwendeten Holzart vollständig erhalten. Ein Boden in Landhausdielen-Optik verleiht einem Raum eine elegante Anmutung und lässt Räume optisch größer wirken.

Schiffsboden-Optik

Der Deckbelag des Schiffsbodens ist im Gegensatz zu den Landhausdielen durch versetzt angeordnete Stabelemente optisch unterbrochen und erinnert an den klassischen Boden eines Schiffsdecks. Je nach Anzahl der nebeneinander liegenden Parkettstäbe wird in 2-Stab- oder 3-Stab-Schiffsboden unterschieden. Durch die kurzen Stabpaneele ergibt ein Schiffsboden ein lebendiges und dynamisches Bild, das durch seine Vielfalt mit jedem Einrichtungsstil harmoniert.

Langriemen-Optik

Mit ihrem langen, aber schlanken Format liegen Langriemen zwischen Landhausdiele und Schiffsboden. Durch den kreativen Spielraum in der Verlegung fügt sich die Landriemen-Optik in jede Raumgröße ein.

Sortierung von Parkett

So wie kein Stück Holz dem anderen gleicht, gibt es auch bei Parkett große Unterschiede in der Optik. Selbst Holz der gleichen Holzart bzw. sogar verschiedene Holzstücke des gleichen Baumes unterscheiden sich in Maserung, Farbe und Struktur. Damit der Bodenbelag ein möglichst einheitliches Gesamtbild ergibt, werden die Parkettpaneele bereits in der Produktion nach von der Holzart abhängigen, genormten Kriterien wie Asteinschlüsse, Risse, Rindeneinwüchse, Farbe, Maserung etc. sortiert. Die Sortierung hat rein optische Auswirkungen und keinerlei Einfluss auf Qualität oder Widerstandsfähigkeit des Parketts.

Je nach Hersteller gibt es die verschiedensten Sortierungsbezeichnungen, die jedoch allesamt in drei grundsätzliche Gruppierungen eingeteilt werden können:

Ruhige Sortierung

Dezente Optik, kaum Äste und Risse, unauffällige Maserung, geringe Farbunterschiede, nur Kernholz

Lebhafte Sortierung

Mäßig auffällige Optik, kleine gesunde, festverwachsene Äste und Risse (teils gespachtelt), ausgeprägte Maserung, kleine Anteile an Splintholz

Rustikale Sortierung

Auffällige Optik, viele gesunde, festverwachsene Äste und Risse (teils gespachtelt), auffallende Maserung, deutliche Farbunterschiede, hohe Anteile an Splintholz,

Oberflächenveredelung von Parkett

Im Gegensatz zur Oberflächenversiegelung hat die Oberflächenveredelung überwiegend optische Auswirkungen und kaum Konsequenzen auf Widerstandsfähigkeit oder Pflegebedarf des Bodens. Durch verschiedene Methoden der Oberflächenveredelung erhält ein Parkettboden sein endgültiges Erscheinungsbild. Oft werden auch mehrere Techniken in Kombination angewendet, woraus sich eine Fülle an Möglichkeiten ergibt.

Gebürstetes Parkett

Am bekanntesten ist das gebürstete Parkett, bei dem das Holz in Faserrichtung mit einer Bürste bearbeitet wird, um die weichen Teile des Holzes weitestgehend zu entfernen. Die verbleibenden harten Holzanteile bilden eine plastische Oberfläche, deren Struktur Schmutz und kleinere Beschädigungen in gewissem Umfang kaschiert.

Geschropptes Parkett / Gehobeltes Parkett

Charakteristisch für geschropptes Parkett oder gehobeltes Parkett, ist eine individuelle, meist unregelmäßige Oberflächenstruktur, die durch die Behandlung mit einem Hobel entsteht. Häufig wird geschropptes Parkett zusätzlich gebürstet, was die unverwechselbare Optik noch deutlicher unterstreicht.

Gelaugtes Parkett

Um unerwünschter Nachdunkelung von hellen Böden vorzubeugen, kommt gelaugtes Parkett zum Einsatz. Die aufgebrachte Lauge reagiert mit den Gerbstoffen und dem Harz des Holzes und verhindert dadurch UV-lichtbedingte Farbveränderungen. Bei dunkleren Holzarten wiederum werden Laugen angewandt, um bewusst verschiedene Farbvarianten zu erzielen.

Gekalktes Parkett

Ein gänzlich neues farbliches Erscheinungsbild erzielt gekalktes Parkett. Dabei wird hauptsächlich großporiges Holz (z. B. Eiche) mit Wachs und Farbpigmenten (meist weiß) behandelt, um die Poren des Holzes zu füllen und die Maserung des Bodens besonders zu betonen. Ähnlich funktioniert es bei Parkett mit Lavaeffekt: Bei dieser Methode werden Holzrillen mit vorwiegend weißen oder schwarzen Füllstoffen verschlossen, was dem Boden die Optik vereinzelter Lavaströme verleiht.

Wärmebehandeltes Parkett / Geräuchertes Parkett

Nicht nur Einfluss auf das Aussehen, sondern auch auf die Eigenschaften des Bodens haben kontrollierte Wärmebehandlungen bzw. Thermodruckbehandlungen. Dabei wird das Holz über mehrere Stunden aufgeheizt, um den Boden langlebiger und wasserresistenter zu machen.

Geräuchertes Parkett wiederum erhält durch die Wechselwirkung von aufgebrachtem Ammoniak und der Gerbsäure des Holzes neben einem braunen bis schwarzen Farbton auch mehr Geschmeidigkeit und höhere Widerstandsfähigkeit gegen Insekten- oder Pilzbefall.

Versiegelung von Parkett

Die abschließende Oberflächenversiegelung hat wesentlichen Einfluss auf Qualität, Widerstandsfähigkeit und Langlebigkeit des Parkettbodens. Je nach Beanspruchung des Bodens gibt es unterschiedliche Methoden, um das Parkett vor Feuchtigkeit, Schmutz und Beschädigungen zu schützen.

Geöltes Parkett

Geöltes Parkett unterstreicht die natürliche Struktur des Bodens und bleibt besonders atmungsaktiv. Durch das Auftragen von Öl bleiben die Poren des Holzes offen und können Luftfeuchtigkeit uneingeschränkt aufnehmen und wieder abgeben, was sich positiv auf das Raumklima auswirkt. Auch kleinere Beschädigungen können unkompliziert ausgebessert und repariert werden. Allerdings ist geöltes Parkett auch empfindlicher bei Wasser, Fett oder anderen Verunreinigungen und sollte daher regelmäßig mit entsprechenden Pflegemitteln nachbehandelt werden.

Gewachstes Parkett

Eine Alternative zu Öl ist Wachs. Gewachstes Parkett bleibt ebenfalls atmungsaktiv, ist durch die wasserabweisende Wachs-Schutzschicht jedoch widerstandsfähiger gegen Wasser und Schmutz und rutschhemmend. Auch gewachstes Parkett sollte regelmäßig nachbehandelt werden.

Lackiertes Parkett

Dauerhafte Versiegelung bietet lackiertes Parkett. Der aufgetragene Lack bildet eine geschlossene Schutzschicht, die das Eindringen von Feuchtigkeit sowie Abrieb verhindert. Dieser Lack muss nach dem Auftragen mehrere Tage aushärten, bevor das Parkett begehbar ist. Lackiertes Parkett braucht keine Nachbehandlung, allerdings muss bei Beschädigungen die gesamte Lackschicht abgeschliffen bzw. erneuert werden.

Vor allem Wasserlacke sind für die Oberflächenversiegelung empfehlenswert, da sie leicht zu verarbeiten sind und wenig Lösungsmittel beinhalten. Je nach Zusammensetzung und Schutzintensität des Lackes unterscheidet man in 1-, 2- und 3-Komponenten-Parkettversiegelung. Während der Parkettlack der 1-Komponenten-Versiegelung einen entsprechenden Basisschutz bietet, enthält Lack der 2-Komponenten-Versiegelung eine zusätzliche Härtekomponente, die einen hochwertigeren Schutz bietet und zudem schneller aushärtet. Bei der 3-K-Versiegelung wird dem Lack außerdem eine UV-Schutz-Komponente beigemengt, die den Boden vor Vergilbungen und Nachdunkeln schützt.

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