Parkett auf Fussbodenheizung

Der Artikel wurde am 29.09.2019 zum letzten Mal überarbeitet.

Parkett auf Fußbodenheizung

Die Kombination von Parkett und Fußbodenheizung erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: ein Parkettboden ist nicht nur optisch ansprechend, sondern spart in Verbindung mit einer modernen Fußbodenheizung auch Energie und sorgt für ein gesundes und angenehmes Raumklima. Damit Sie problemlos und dauerhaft von den Vorzügen Ihres Parketts auf Fußbodenheizung profitieren können, sollten Sie bereits im Vorfeld einige wesentliche Punkte beachten.
Parkett ist ein hochwertiger Fußbodenbelag, der hauptsächlich aus Harthölzern hergestellt wird. Man unterscheidet zwischen Massivparkett und Mehrschichtparkett (2- oder 3-Schicht) bzw. Fertigparkett. Spezifische Eigenschaften der verschiedenen Holzarten und zahlreiche Varianten in Farbe, Struktur und Sortierung verleihen jedem Parkett einen individuellen Charakter. Durch die unterschiedlichen Möglichkeiten der Oberflächenbehandlung und Verlegetechniken ist ein Parkettboden vielseitig und flexibel einsetzbar. Auch der Einsatz von Parkett auf Fußbodenheizung hat sich bewährt, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

Fußbodenheizung als Heizsystem

Fußbodenheizungen sind wirtschaftlich, sauber, umweltschonend und vielseitig einsetzbar. Beinahe die Hälfte aller Ein- und Mehrfamilienhäuser wird heutzutage mit einer Fußbodenheizung ausgestattet.

Vor allem durch das Energiesparpotenzial in Verbindung mit Niedrigheizsystemen (z. B. Wärmepumpe oder Solarkollektoren) und die gleichmäßige Strahlungswärme ohne störende Heizkörper punktet die Fußbodenheizung gegenüber herkömmlichen Kompaktheizsystemen. Dem gegenüber stehen der relativ aufwändige Einbau, die vergleichsweise hohen Anschaffungs- und Errichtungskosten sowie die verhältnismäßig träge Temperaturregelung.

Die verschiedenen Arten von Fußbodenheizungen

Der Klassiker unter den Fußbodenheizungen ist die Warmwasser-Fußbodenheizung. Dabei zirkuliert warmes Wasser durch Kunststoff- oder Kupferrohre, die meist schneckenförmig mittels Nasssystem direkt im oder mittels Trockensystem unter dem Estrich verlegt werden. Durch einen Heizkreisverteiler mit Vor- und Rücklauf sowie einem Wärmefühler wird die Temperatur des Wassers je nach Witterungsbedingungen angepasst und auf maximal 40 Grad erhitzt. Durch die großflächige Anordnung der Rohre sind jedoch meist Vorlauftemperaturen von 30 bis 35 Grad ausreichend, um den Raum gleichmäßig und beständig zu beheizen. Durch den relativ hohen Montageaufwand und die notwendigen Aufbauhöhen für den abschließenden Bodenbelag werden Warmwasser-Fußbodenheizungen hauptsächlich für Neubauten oder bei Komplettsanierungen eingebaut.

Für bestehende Wohnobjekte, die nicht über ausreichende Aufbauhöhen für die Errichtung einer Warmwasser-Fußbodenheizung verfügen, stellt die Elektro-Fußbodenheizung eine zuverlässige Alternative dar. Bei dieser Variante werden montagefertige, dünne Heizmatten mit Widerstandskabeln oder Folien mit integrierten Heizleitern ohne großen baulichen Aufwand unter, im oder auf dem trockenen, sauberen Estrich verlegt. Die Wärme entsteht hier über das Zusammenspiel von Strom und Spannung am Heizleiter. Geregelt wird die Temperatur mittels Fern- oder Bodenfühler. Elektro-Fußbodenheizungen können als vollwertiges oder ergänzendes Heizsystem eingesetzt werden und lassen sich bei Bedarf rückstandslos entfernen.

Parkett auf Fußbodenheizung – ja oder nein?

Früher war die Tauglichkeit von Parkett auf Fußbodenheizung ein vieldiskutiertes Thema. Inzwischen hat sich die Kombination durch überwiegend positive Erfahrungswerte bewährt. Allerdings gibt es nach wie vor Risiken und Fehlerquellen. Für eine optimale und langlebige Wechselwirkung zwischen Parkett und Fußbodenheizung sind einige wesentliche Faktoren zu berücksichtigen. Der folgende Leitfaden bietet einen Überblick darüber, was bei der Vorbereitung, der Auswahl, der Verlegung und der Nutzung von Parkett auf Fußbodenheizung zu beachten ist.

Was ist bei der Fußbodenheizung wichtig?

Fachmännische Verlegung der Fußbodenheizung

Entscheidend ist, dass der Untergrund fachmännisch vorbereitet wird und bei der Montage der Fußbodenheizung auf eine effiziente, gleichmäßige und vor allem flächendeckende Wärmeverteilung über den gesamten Boden geachtet wird. Der Abstand der Heizungsrohre sollte groß genug dimensioniert werden (10 bis 20 cm), um auch ohne Vollauslastung der Fußbodenheizung eine angenehme Wärme im Raum zu erreichen.

Verlegereife Aufbereitung des Estrichs

Nass eingebrachte Untergründe (z. B. Zementestriche) sind für die Errichtung der Fußbodenheizung ebenso geeignet wie trockene (z. B. Spanplatten). Bevor ein Parkett verlegt werden kann, muss der Untergrund eben, fest und trocken sein. Vor allem bei nass eingebrachten Zementestrichen ist es notwendig, diesen vollständig auszuheizen. Üblicherweise wird dazu die Temperatur der Fußbodenheizung nach Aushärtung des Estriches (nach ca. 4 Wochen) erst stufenweise um 5° erhöht, bis zwei Drittel der Heizlast erreicht sind und anschließend – nach einer konstanten Beheizung des Estriches – wieder abgesenkt.

Bei neu errichteten Estrichen sollte die Restfeuchtigkeit mittels CM-Methode (Calciumcarbid-Methode) bestimmt werden. Um ein möglichst exates Messergebnis zu erhalten, sollte der Estrichleger bei nass errichteten Estrichen im Vorfeld Messpunkte setzen sowie eventuell verwendete Schnellbindemittel bekannt geben. Der Richtwert für Parkettböden liegt bei Zement-Estrichen bei 1,8 % und bei Anhydrit-Estrichen (spezieller Estrich mit kürzerer Trocknungsphase) bei ca. 0,3 % Restfeuchtigkeit. Die tatsächlich zulässige Restfeuchtigkeit ist in der Verlegeanleitung des jeweiligen Parketts ersichtlich.

Erst nach kontrollierter Verlegereife des Estrichs mittels Ausheizprotokoll und Restfeuchtebestimmung sowie Funktionsprüfung der Fußbodenheizung ist der Untergrund für die Verlegung des Parketts geeignet.

 

Möglichkeiten zur Temperaturregulierung

Parkett und Fußbodenheizung lassen sich gut kombinieren. Sowohl Warmwasser- als auch Elektro-Fußbodenheizung eignen sich gleichermaßen für die Verwendung von Parkett, sofern eine Möglichkeit zur Temperaturregulierung besteht.

Da die maximale Oberflächentemperatur von Parkettböden je nach Hersteller 26° bis 29° nicht übersteigen darf, empfiehlt sich die Verwendung von Niedertemperatur-Fußbodenheizungen, bei der sich die Temperatur exakt regulieren lässt. Unterhalb dieser Temperaturgrenze weist Parkett eine optimale Wärmeleitfähigkeit auf. Die Fußbodenheizung muss gleichmäßig verlegt werden, damit die Oberflächentemperatur auf der gesamten Bodenfläche ident ist und es zu keinen punktuellen Überschreitungen der Maximaltemperatur kommt.

Nicht zu verwechseln ist die Oberflächentemperatur mit der Vorlauftemperatur – also jener Temperatur, mit der das Wasser bei Warmwasser-Fußbodenheizungen in den verlegten Rohren zirkuliert. Diese kann durchaus höher sein als die Oberflächentemperatur, sollte jedoch so niedrig und konstant wie möglich sein.

Um im Schadensfall die Schuldfrage zu klären (Material- oder Bedienungsfehler), sind Verlegebetriebe laut Norm dazu verpflichtet, Heizplomben in die Fußbodenheizung einzubauen. Diese Metallplättchen reagieren bei zu hohen Temperaturen mit einer Farbveränderung – allerdings genügt dazu bereits eine einmalige Überhitzung. Präventive und umfassendere Alternative zur Heizplombe ist die sogenannte FidBox. Dieses kompakte Messgerät misst mittels zweier Sensoren Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit und zeichnet diese Daten langfristig auf. Mittels kostenloser App können die Messergebnisse kontrolliert und somit Schäden am Parkettboden verhindert werden, was auch die vergleichsweise hohen Anschaffungskosten der FidBox von ca. 250,- Euro relativiert.

Verlegefähige Aufbauhöhe der Fußbodenkonstruktion

Die laut NORM EN 2242 vorgeschriebene Aufbauhöhe für Fußbodenheizungen mit Parkettbelag sollte 22 mm nicht überschreiben. Um die Reaktionszeit der Fußbodenheizung zu optimieren, wird eine Parkettdicke von maximal 15 mm empfohlen. Dies entspricht den Bemessungen der heutzutage vorwiegend eingebrachten Niedrigenergie-Heizestrichen.

Zusätzlich muss die Fußbodenkonstruktion mit einer Dampfsperre ausgestattet sein, die möglichst nahe am Parkett und keinesfalls unter der Unterkonstruktion liegen soll.

Welches Parkett ist für Fußbodenheizung geeignet?

In der Regel sind rund 95 % der im Handel erhältlichen Parkettböden für die Verlegung auf Fußbodenheizung zugelassen und geeignet. Da Holz als natürlicher Rohstoff aber auf Veränderungen von Temperatur oder Luftfeuchtigkeit reagiert und diese Schwankungen bei Fußbodenheizungen besonders intensiv sind, gibt es dennoch gewisse Unterschiede. Ausschlaggebend für die Eignung von Parkett auf Fußbodenheizung sind drei Faktoren: Holzart, Dicke und Aufbau des Parketts.

Geeignete Holzarten

Grundsätzlich gilt, dass Harthölzer für die Verwendung auf Fußbodenheizungen besser geeignet sind, als Weichhölzer. Holzarten mit hoher Dichte erwärmen sich schneller und verfügen durch ihre kleinporige Struktur über eine höhere Wärmeleitfähigkeit. Tropenhölzer wie Teak-Holz, Jatoba, Merbau und Wenge weisen eine sehr hohe Dichte auf und geben die Wärme rascher an den Raum ab. Andere Holzarten, wie z. B. Bambus, haben eine niedrige Wärmeleitfähigkeit, sodass die Fußbodenheizung nur träge reagiert. Da die meisten Parkettböden jedoch nur eine geringe Dicke aufweisen, sind die spürbaren Unterschiede in der Wärmeleitung meist marginal.

Viel wesentlichere Auswirkungen können durch das Quell- und Schwindverhalten des Holzes entstehen. Als Holzarten mit besonders günstigen Eigenschaften gelten klassische Parkett-Holzarten wie Eiche oder Esche, aber auch Nussbaum, Birnbaum oder Kirsche. Diese Hölzer neigen weniger zum Arbeiten und zeigen deutlich geringere Reaktionen auf schwankende Bedingungen.

Holzarten mit hohem Quell- und Schwindverhalten wie Ahorn, Tanne oder Fichte sind für die Verlegung auf beheizten Untergründen nur bedingt geeignet. Diese stärker auf unterschiedliche Temperaturen und führen zu einem erhöhten Risiko von unerwünschter Fugenbildung im Parkett.

Nicht empfehlenswert in Kombination mit Fußbodenheizungen ist Buchenholz, da dieses besonders stark auf Temperaturschwankungen und trockene Raumluft reagiert. In Verbindung mit einer Fußbodenheizung werden diese Faktoren zusätzlich negativ beeinflusst, sodass Buchenholz unweigerlich zu verstärkter Fugenbildung führt.

Ungeachtet der grundsätzlichen Eignung der Holzart sind jedoch immer die tatsächlichen Raumverhältnisse sowie die individuellen Hersteller-Empfehlungen entscheidend. Vor der endgültigen Auswahl des Parketts sollten die Verlegehinweise beachtet und die Beratung eines neutralen Fachbetriebes in Anspruch genommen werden.

Geeignete Dicke und Aufbau

Parkett ist je nach Ausführung und Aufbau in unterschiedlichen Stärken erhältlich. Das Angebot reicht von 8 mm dünnen Mosaik-Parketts bis 22 mm dicken Stabparketts. Bei gängigen Zweischicht-Parketts beträgt die Höhe meist 10 bis 12 mm, bei Dreischicht-Parkett 14 bis 15 mm dick. Grundsätzlich gilt: Je dicker das Parkett, desto träger die Reaktionszeit der Fußbodenheizung und desto länger die Aufheizphase. Grund dafür sind die unterschiedlichen Werte bezüglich Holzfeuchteangleichgeschwindigkeit und Wärmeleitfähigkeit.

Was ist bei der Verlegung von Parkett auf Fußbodenheizung zu beachten?

Verklebte Verlegung

Voraussetzung für die Verlegung von Parkett auf Fußbodenheizung ist eine feste Verbindung zwischen Untergrund und Holzboden. Das Parkett muss dicht am Unterboden aufliegen und fest verklebt werden. So wird eine optimale Wärmeübertragung gewährleistet und Hohlräume vermieden, die zu einer Austrocknung des Bodens führen könnten.

Eine schwimmende Verlegung des Parketts ist für Fußbodenheizungen ungeeignet, da es durch die lose Anbringung des Bodens zu längeren Aufwärmzeiten und einer ungleichmäßigen Wärmeverteilung kommt.

 

Ausgewogenes Fugenbild

Um die Langlebigkeit des Parketts zu gewährleisten, sollte die Verlegung idealerweise in Mustern mit unterschiedlichen Ausrichtungen erfolgen. Besonders geeignet sind Fischgrät-, Flecht- oder Würfelmuster, da diese ein ausgeglichenes Fugenbild schaffen.

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitstemperatur bei der Verlegung von Parkett auf Fußbodenheizung sollte mindestens 18° betragen, die relative Luftfeuchtigkeit zwischen 30 und 60 % liegen.

Oberflächenbehandlung

Da Parkett auf Fußbodenheizung schwankenden Bedingungen ausgesetzt ist und demnach stärker arbeitet, empfiehlt sich die Verwendung von Öl als Oberflächenbehandlung. Öl hinterlässt keine Schicht auf dem Boden und lässt die einzelnen Parkettelemente für sich arbeiten. Lackierte oder versiegelte Parkettböden sind bei Fußbodenheizungen nicht ratsam, da sich bei schichtbildender Oberflächenbehandlung unschöne Abrissfugen bilden können.

Diese Faktoren wirken auf Parkett-Boden

Feuchtigkeit und Raumklima

Holzböden reagieren in Kombination mit Fußbodenheizungen empfindlicher auf Feuchtigkeit als andere Bodenarten. Grund dafür ist der unterschiedliche Feuchtigkeitsgehalt zwischen den trockenen und den feuchten Stellen des Bodens. Fußbodenheizungen verstärken die Austrocknung des Parketts, wodurch sich das Holz zusammenzieht. Die Folge sind zeitweise auftretende Fugen – insbesondere bei kaltem, trockenem Raumklima.

Vor allem in den Wintermonaten ist daher auf eine ausreichende Luftfeuchtigkeit zu achten. Eine ganzjährig konstante relative Luftfeuchtigkeit von 45 bis 60 % beugt nicht nur unschönen Fugen im Parkett vor, sondern trägt zudem zu einem gesunden Raumklima für Mensch, Tier und Pflanzen bei.

Oberflächenspannungen

Durch die variierenden Spannungsverhältnisse von Parkett auf Fußbodenheizung können Windrisse entstehen, an denen die Oberfläche im schlimmsten Fall aufplatzen kann.

Temperatur

In der Heizperiode ist darauf zu achten, dass die maximale Oberflächentemperatur von 26 bis 29° nicht überschritten wird. Bei durchschnittlichem Heizbedarf, entsprechendem Standard hinsichtlich Wärmedämmung und geeigneter Raumausstattung ist im Normalfall eine Oberflächentemperatur von 23° ausreichend, um eine angenehme Raumtemperatur von 21° zu erzielen.

Sowohl Oberflächen- als auch Vorlauftemperatur sollten während der gesamten Heizperiode möglichst konstant gehalten werden, um das Parkett zu schonen.

Um punktuelle Temperaturanstiege am Boden zu vermeiden, sollte auf Teppiche oder großflächige Möblierung verzichtet werden.

Fazit

Parkett und Fußbodenheizung bilden eine optimale Kombination in Bezug auf Optik, Raumklima, Energieeffizienz und Lebensqualität. Entscheidend für ein dauerhaft zufriedenstellendes Ergebnis ist die richtige Auswahl des Parketts sowie die fachmännische Verlegung und der gewissenhafte Betrieb der Fußbodenheizung.

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