Parkett auf Fussbodenheizung

Schiffsböden, Landhausdielen oder andere Echtholzböden werden unter dem Gesamtbegriff Parkettböden oder kurz Parkett zusammengefasst. Daher wundern Sie sich nicht, wenn wir hier nur von Parkett sprechen, gemeint sind alle 2- und 3-Schicht Parkettböden egal welcher Unterkategorie sie angehören.

Parkettböden sind als Fußbodenbeläge langjährig erprobt und haben in sich in Verbindung mit Fußbodenheizungen bewährt. Dennoch gibt es im Vorfeld einige Punkte zu beachten, damit sowohl der Wirkungsgrad der Fußbodenheizung als auch das optische Erscheinungsbild des Parkettbodens den gewünschten Ansprüchen entsprechen. Daher haben wir in Zusammenarbeit mit Sachverständigen und Experten der Parkettbranche folgende Punkte für Sie zusammengestellt:

Geeignete Untergründe:
Eine Fußbodenheizung kann sowohl auf nass eingebrachten Untergründen (z.B.: Zementestrich) als auch auf trocken verlegten Estrichen (z.B.: Spanplatten oder zementgebundenen Verlegeplatten) verlegt werden. Bei neu eingebrachten Estrichen ist eine Restfeuchtigkeitsbestimmung mittels CM-Methode nötig. Die für den Parkett jeweils zulässige Restfeuchtigkeit entnehmen Sie bitte der Verlegeanleitung des Parkettherstellers, die in den Paketen beigepackt sein muss. Meistens jedoch liegt diese bei Zementestrichen bei 1,8 % Restfeuchte und bei Anhydritestrichen bei ca. 0,3 %.  Sollten in einem Zementestrich sogenannte Schnellbindemittel mitverarbeitet sein, müssen diese vom Estrichleger bekannt gegeben werden. Da sie die Messung des CM-Gerätes beeinträchtigen bzw. verfälschen könnten. Zudem sind bei jedem nass eingebrachten Estrich Messpunkte zu setzen, bei denen die CM-Messung durchgeführt werden kann. Diese Messpunkte müssen von Estrichleger vor einbringen des Estrichs gesetzt werden.

Empfohlene Heizungssysteme:
Es werden Niedertemperatur Fußbodenheizungen empfohlen. Die Oberflächentemperatur am fertig verlegten Parkettboden darf dabei 28° nicht überschreiten. Lesen Sie jedoch auch hier die Verlegeanleitung des Parkettbodens sorgfältig durch, da viele Hersteller die maximale Oberflächentemperatur auf 26° begrenzen. Ein Verlegebetrieb muß hier lt. Norm pro Heizkreis eine sogenannte Heizblombe mitverbauen. Hierbei handelt es sich um ein Metallblättchen, das sich bei einer höheren Temperatur verfärbt. Ergo, sollte es zu einer Reklamation aufgrund eines Schadens kommen, kann nachvollzogen werden, ob das Verschulden am Material oder an der Bedienung der Fußbodenheizung liegt. Da jedoch für eine Verfärbung der Heizplombe eine einmalige Überhitzung genügt und somit die Schuld an den Endverbraucher abgewiesen werden kann, raten wir von der Verwendung einer Heizplombe ab. Die aus unserer Sicht wesentlich bessere Methode, um sowohl Wärme als auch Luftfeuchtigkeit zu prüfen, ist der Einbau einer FidBox. Hiermit können Sie über 7 Jahre nachweisen, welchem Klima und welcher Hitze ihr Boden ausgesetzt war. Mehr noch, Sie können dies auch mittels App auf Ihrem Smartphone kontrollieren. Zugegeben mit etwa € 250,- ist die FidBox nicht gerade ein Schnäppchen, aber gemessen an einem Schaden am Parkettboden mit den damit verbundenen Kosten (Ausbau, Einbau und Material) ist dieses Geld sehr gut investiert. Dies bestätigen auch zahlreiche Experten und Sachverständige.

Ausheizen des Estrichs:
Zementestriche müssen vor der Parkett Verlegung, eben, fest sowie trocken sein. Nach Aushärten des Estrichs, in der Regel nach 4 Wochen, sollte mit dem Ausheizen begonnen werden. Hierzu wird die Fußbodenheizung in Betrieb genommen und stufenweise (täglich) um 5°C erhöht. Nach Erreichen von 2/3 der Heizlast sollte der Estrich konstant beheizt werden. Vor der Verlegung des Parkettbodens ist die Temperatur des Estrichs bzw. der Fußbodenheizung wieder abzusenken (Fußbodenheizung ausschalten).

Geeignete Holzarten:
Rund 95% aller im Handel befindlichen Parkettböden sind für die Verlegung auf eine Fußbodenheizung freigegeben und geeignet. Abstand sollte nur von Holzarten mit ungünstigen Quell- und Schwindverhalten (wie z.B.:  Buche, Ahorn, Bambus oder Olive genommen werden). Auch einige Exotenhölzer eignen sich nicht besonders für die Verlegung auf einem beheizten Untergrund.  Zudem sollte in dem zu verlegenden Raum auf die Luftfeuchtigkeit geachtet werden. Diese sollte im Idealfall ganzjährig zwischen 45 bis 55% liegen. Eine konstante Luftfeuchtigkeit beugt einer Fugenbildung und etwaigen Verwerfung des Bodens vor. Um Schäden am Parkett und einen Anstieg der Temperatur vorzubeugen, sollten keine Teppiche auf dem Parkettboden über einer Fußbodenheizung gelegt werden.

Fazit:
Parkettböden eigenen sich bestens für die Verlegung auf einem beheizten Untergrund. Es müssen jedoch einige wenige Punkte hierfür beachtet werden:

1) Der Untergrund muss fachmännisch vorbereitet werden.

2) Die Fußbodenheizung sollte groß genug dimensioniert werden (Abstand der Heizungsrohre 10 bis 20 cm) damit die Fußbodenheizung nicht auf Volllast laufen muss, damit der Raum warm genug wird.

3) Lassen Sie sich nach dem Einbringen des Estrichs genug Zeit, damit dieser trocken kann und vergessen Sie nicht auf das Ausheizprotokoll.

4) Bestehen Sie unbedingt auf eine CM-Messung durch den Estrichleger und lassen Sie sich ein Messprotokoll schriftlich übergeben.

5) Auswahl der richtigen Holzart. Verzichten Sie auf Hölzer mit großem Quell- und Schwindverhalten wie Buche oder Ahorn.

6) Bauen Sie eine FidBox in Ihren Parkettboden ein, diese kontrolliert sowohl die Wärme als auch die Luftfeuchtigkeit. Dies ist nicht nur für den Parkettboden wichtig, sondern auch für das Wohlbefinden der Bewohner von Interesse.

7) Verkleben Sie die Dielen fest mit dem Untergrund. Nutzen Sie dabei einen Profi Parkettkleber ohne Lösemittel der für Fußbodenheizung freigegeben ist.

8) Wählen Sie die Vorlauftemperatur Ihrer Fußbodenheizung so gering wie möglich, und lassen Sie diesen Wert über die gesamte Heizperiode nahezu unverändert.

Sollte es Ihrerseits noch Fragen rund um das Thema Parkett auf Fußbodenheizung geben, stehen wir Ihnen gerne unter 0043 – 5675 – 20200 zur Verfügung.

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