Was ist die Brinell-Härte und wie wird diese ermittelt?

Gutsboden Wildeiche Country geölt

Der Artikel wurde am 27.01.2020 zum letzten Mal überarbeitet.

Bei der Auswahl des passenden Parkettbodens gibt es eine Menge zu beachten. Einer der wichtigsten Aspekte ist die Härte des verwendeten Holzes. Dieser Wert lässt sich exakt ermitteln und wird in der Einheit „Brinell“ angegeben. Die Brinell-Härte lässt sich allerdings auch auf andere Materialien als Holz beziehen und so handelt es sich um eine universelle Einheit zur Messung von Härte.

Neben anderen Einheiten wie Rockwell oder Vickers, hat sich Brinell besonders im Holzbereich bewährt. Der dazugehörige Test wurde vom schwedischen Ingenieur Johan August Brinell erfunden und erstmals im Rahmen der Pariser Weltausstellung 1900 präsentiert. Zunächst ging es Brinell vor allem um Stahl, doch zeigte sich schnell die universelle Einsetzbarkeit seines Verfahrens.

Wie wird die Brinell-Härte ermittelt?

Heute wird die Brinell-Härte noch bei weichen und mittelharten Metallen entsprechend EN ISO 6506-1 und bei Holz entsprechend ISO 3350 angewendet. Vereinfacht ausgedrückt, wird eine Kugel aus Sinterhartmetall mit einer zuvor definierten Kraft auf die Oberfläche eines Werkstücks gepresst. In Frage kommen dabei Kugeln mit dem Durchmesser von 10 mm, 5 mm, 2,5 mm und 1 mm. Ausgedrückt wird die Brinell-Härte durch die Tiefe des hinterlassenden Eindrucks bzw. dessen Durchmesser. Genau genommen muss dabei stets auch der Durchmesser der Kugel sowie die einwirkende Prüfkraft angegeben werden, um einen validen Wert zu erhalten.

Die Brinell-Härte verschiedener Holzsorten

Bei Holz, das für Parkett geeignet sein soll, wird die Härte in der Einheit N/mm² gemessen. Die Messung erfolgt quer zur Faserrichtung, da dies auch dem Verbauen des Parketts entspricht. Mit anderen Worten ist der Brinell-Wert für Parkett nicht zwingend derselbe wie für ein Holzpflaster, das deutlich härter und widerstandsfähiger ausfällt. Dadurch, dass es sich bei Holz um ein lebendiges Material handelt, lassen sich nur Annäherungswerte angeben, die aber immerhin die Relation der einzelnen Holzsorten untereinander offenlegen. Die beliebtesten Holzsorten sind dabei Eiche und Buche mit einem Wert von bis zu 41 oder auch Kiefer mit einer Brinell-Härte von 19.

Was sagt die Brinell-Härte überhaupt aus?

Zugegeben: niemand dürfte im Alltag eine Metallkugel auf seinen Parkettboden drücken. Dennoch lässt sich anhand der Brinell-Härte eine Aussage über die Belastbarkeit eines Parketts treffen. Die besten Werte erreichen Wenge oder Robinie, wo 50 bis 48 zu Buche schlagen, doch auch ein Eichenparkett kann mit Fug und Recht als robust bezeichnet werden. Doch warum setzen viele Einrichter auch auf Kiefer? Die Antwort liegt in der überzeugenden Optik und darin, dass bei schonender Behandlung keinerlei Probleme auftreten.

Mit anderen Worten eignet sich ein Parkett aus Kiefernholz vielleicht nicht für einen Flur oder ein Treppenhaus, wohl aber für ein Schlafzimmer, das ohnehin nicht mit Straßenschuhen betreten wird.

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